Dr. Anke Elisabeth Ballmann

ÜBER MICH

Seit mehr als 30 Jahren arbeite ich mit Menschen. Mit Kleinen und Großen, mit Leisen und Lauten, mit Menschen, die ihren Weg schon gefunden haben, und mit solchen, die sich und ihren Weg gerade suchen. Im Mittelpunkt meiner Arbeit stehen Kinder und vor allem die Erwachsenen, die für sie Verantwortung tragen. Meine Überzeugung ist einfach: Kindheit ist die wichtigste Lebenszeit. Was Kinder erfahren und erleben, bleibt, und Erwachsene haben die Verantwortung für Kinder.

Bildungsweg

Mein eigener Bildungsweg begann holprig. Nach einem sehr schwierigen Start im Kindergarten folgte eine wilde Schulzeit mit fünf zuweilen recht dramatischen Schulwechseln. Ich machte den Qualifizierenden Hauptschulabschluss, die Mittlere Reife und schließlich das Abitur. Auf diese drei Abschlüsse bin ich bis heute stolz, besonders weil meine Lehrerin in der vierten Klasse überzeugt war, aus mir könne niemals eine Gymnasiastin werden. Sie sah mein Potenzial definitiv nicht. Diese Erfahrungen haben mein Leben geprägt und meinen Blick geschärft. Ich erkenne schnell, was in Menschen angelegt ist, wo sie sich selbst im Weg stehen und was sie brauchen, um handlungsfähig zu werden.

An der Ludwig-Maximilians-Universität München begann ich mein Studium zunächst mit Germanistik und Theologie, weil ich Lehrerin werden wollte oder vielmehr werden sollte. Bald wurde mir klar, dass mein Weg ein anderer war. Ich wechselte zu Pädagogik und Psychologie und fand dort die wissenschaftlichen Grundlagen für die Fragen, die mich bis heute beschäftigen: Wie entwickeln sich Menschen? Welche Erfahrungen prägen sie? Wie wirken Beziehungen, Erwartungen und Bildungsumgebungen auf Kinder? Und was brauchen Erwachsene, um ihrer Verantwortung gerecht zu werden?

Später promovierte ich an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im Fach Pädagogik. In meiner Dissertation untersuchte ich den Einfluss der Umwelt auf die Entwicklung von Kindergartenkindern. Meinem Doktorvater Prof. Dr. Dr. Albert Ziegler bin ich für seine Unterstützung bis heute dankbar. Seit dem Wintersemester 2019/20 lehre ich selbst an der FAU und arbeite mit angehenden Lehrkräften an pädagogischen und psychologischen Fragen rund um Schule, Familie und kindliche Entwicklung.

Praxis 

Bevor ich 2007 das Lernmeer gründete, arbeitete ich in unterschiedlichen pädagogischen und beratenden Feldern. Ich war sechs Jahre stellvertretende Leiterin eines Kindergartens, beriet über mehrere Jahre Jugendliche und arbeitete für die Zeitschriften „Mädchen“ und „Yam!“ des Axel Springer Verlags. Als Bildungsreferentin und Sprachberaterin war ich in ganz Deutschland unterwegs. Zehn Jahre lang wirkte ich als Multiplikatorin für den Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan, kurz BayBEP, sowie als Sprachberaterin in verschiedenen Projekten des Bayerischen Sozialministeriums, des Kultusministeriums und des Staatsinstituts für Frühpädagogik und Medienkompetenz mit.

Über einen Zeitraum von zehn Jahren qualifizierte ich pädagogische Fachkräfte für bayerische Kindertageseinrichtungen. Mehr als 700 Menschen absolvierten ihre Weiterbildung zur pädagogischen Fachkraft in meinem Institut. Darüber hinaus qualifizierte ich rund 150 Kita-Leitungen für ihre Führungsaufgaben. Meine geschätzten Kolleginnen und ich begleiteten die Teilnehmenden über lange Zeiträume, vermittelten pädagogisches und psychologisches Fachwissen, nahmen Prüfungen ab und bereiteten sie auf Aufgaben vor, die neben fachlicher Kompetenz eine hohe Beziehungsfähigkeit und persönliche Verantwortung verlangen.

Inzwischen kenne ich die pädagogische Wirklichkeit aus mehr als 1.000 Kindertageseinrichtungen. Ich habe beobachtet, beraten, Fortbildungen, Fach- und Teamtage durchgeführt, Leitungskräfte begleitet, Prüfungen abgenommen und Einrichtungen in Entwicklungsprozessen unterstützt. Dabei habe ich großartige pädagogische Arbeit erlebt und viel zu viele gewaltvolle Situationen gesehen, in denen Kinder beschämt, eingeschüchtert oder allein gelassen wurden. Aus diesen Erfahrungen ist mein lebenslanges Engagement für eine gewaltfreie Kindheit gewachsen.

In mehr als 30 Berufsjahren habe ich rund 15.000 Stunden mit Kindern und Eltern gearbeitet und etwa 45.000 Stunden Fortbildungen, Supervisionen und Beratungen mit pädagogischen Fachkräften durchgeführt. Hinter diesen Zahlen stehen unzählige Begegnungen, Lebensgeschichten, Konflikte, Tränen, mutige Entscheidungen und Veränderungen. Dieses Erfahrungswissen steht in keinem Lehrbuch. In meiner Arbeit verbindet es sich mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, psychologischer Diagnostik und einer klaren christlichen Haltung.

Das Lernmeer ist seit 2007 der Ort, an dem alle Linien zusammenlaufen. Aktuell halte ich Vorträge, leite Fort- und Weiterbildungen, begleite Teams und Führungskräfte und arbeite mit Menschen, die sich selbst gründlich kennenlernen und ihr Leben verantwortlich gestalten wollen. Lernen mit Leib und Seele ist für mich weit mehr als der Name meines Instituts. Es ist meine Haltung, die den ganzen Menschen in den Blick nimmt.

Seelenarbeit

Seit 2024 ist ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit die Begleitung traumatisch belasteter Menschen. Ich bin NET-Traumatherapeutin und arbeite mit der Narrativen Expositionstherapie für Erwachsene sowie mit KIDNET für Kinder und Jugendliche. Belastende Erfahrungen werden dabei in die eigene Biografie eingeordnet und in eine zusammenhängende Lebensgeschichte eingebettet. Erwachsene begleite ich online. KIDNET für Kinder und Jugendliche biete ich nach individueller Absprache vor Ort an und arbeite dabei bei Bedarf mit einem mobilen Sandspielkasten. In der Traumaarbeit verbinde ich psychologische Diagnostik, Biografiearbeit und meine pädagogische Erfahrung mit wahrhaftigem Respekt vor der Geschichte jedes Menschen.

Neben meinen wissenschaftlichen und traumatherapeutischen Qualifikationen beschäftige ich mich seit vielen Jahren mit Astrologie, Archetypen, Symbolen und spirituellen Deutungstraditionen. Astrologische Weiterbildungen absolvierte ich unter anderem bei Dr. Christof Niederwieser. Dieses Wissen verstehe ich als einen eigenständigen, symbolischen Zugang zum Menschen. Auf ausdrücklichen Wunsch fließt diese Perspektive ergänzend in meine Arbeit ein.

Angebote

In meinen Angeboten und längerfristigen Begleitungen kommt zusammen, womit ich mich seit vielen Jahren beschäftige: Biografie, Persönlichkeit, innere Entwicklung und die Frage, wie Menschen ihr Leben verantwortlich gestalten können.

Der Seelenkompass verbindet psychologische Diagnostik, Biografie und Persönlichkeit zu einem umfassenden Bild. Auf Wunsch ergänze ich diese wissenschaftlich fundierte Arbeit durch archetypische und astrologische Perspektiven. Beim Tiefseelentauchen geht es um Schattenarbeit, Selbsterkenntnis und die Begegnung mit den eigenen inneren Anteilen. In der Narrativen Expositionstherapie werden belastende Lebenserfahrungen geordnet und bearbeitet. Das Faultier-Prinzip widmet sich der inneren Reife, der Selbstführung und der Kunst, Mensch zu sein. Allen Angeboten liegt dieselbe Überzeugung zugrunde: Erkenntnis gewinnt ihren Wert dort, wo sie im Leben sichtbar wird.

Wirken

Seit vielen Jahren schreibe ich Bücher. Meine Dissertation „Der Einfluss der Umwelt auf die Entwicklung von Kindergartenkindern“ erschien 2017. Es folgten „Seelenprügel“, „Worte wie Pfeile“, „Das Faultier-Prinzip“, „Satt und sauber reicht nicht!“ und gemeinsam mit Claudija Stolz „Die Krippen-Lüge“. Hinzu kommen das Medienpaket „Kinderschutz: Gewaltfreie Pädagogik in der Kita“, Kartensets und weitere pädagogische Materialien. „Seelenprügel“ und „Satt und sauber reicht nicht!“ standen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Mein neuestes Werk ist der entwicklungspsychologische Elternratgeber „Ab wann kann ein Kind …?“, der 2026 erschienen ist.

In meinen Büchern schreibe ich über emotionale Gewalt, institutionelle Verantwortung, Bindung, Bildung und die Würde von Kindern. Ich schreibe über das, was Erwachsene Kindern antun, über die Bedingungen, unter denen Gewalt entsteht, und über die Verantwortung jedes einzelnen Menschen, denn das System hat keine Hände! Es sind Menschen, die handeln, wegsehen, schweigen oder eingreifen. Verantwortung zeigt sich in Gedanken, Worten und Werken.

Im Jahr 2020 gründete ich die Stiftung Gewaltfreie Kindheit. Als Vorsitzende engagiere ich mich dort ehrenamtlich für den Schutz von Kindern vor seelischer und körperlicher Gewalt. Die Stiftung ist aus der Überzeugung entstanden, die meine gesamte Arbeit trägt: Eine friedliche Welt beginnt mit einer gewaltfreien Kindheit.

Das von mir entwickelte Faultier-Prinzip und die fried(a)volle Pädagogik bringen den Kern meiner Haltung zum Ausdruck. Entwicklung braucht Zeit, Beziehung und Erwachsene, die ihre Gefühle regulieren und mit ihrer Macht umgehen können. Kinder brauchen Schutz, Verlässlichkeit und Menschen, die Fehler eingestehen, Verantwortung übernehmen.

Haltung

Meine Arbeit ist wissenschaftlich fundiert und christlich geprägt. Mein Glaube begründet meinen Blick auf Würde, Verantwortung, Schuld, Vergebung und Hoffnung. Die christliche Vorstellung, dass jeder Mensch einen unveräußerlichen Wert besitzt, gehört zu den Grundlagen meines Denkens und Handelns. Im Lernmeer sind alle Menschen willkommen, unabhängig von Herkunft, Lebensgeschichte oder Glauben.

Ich verstehe mich als professionelle, zugewandte, klare und humorvolle Begleiterin. Ich erkenne Potenziale, benenne Widersprüche und unterstütze Menschen dabei, inneren Frieden zu finden und im entscheidenden Moment handlungsfähig zu bleiben. Dabei geht es mir um mehr als Selbsterkenntnis. Es geht darum, wie ein Mensch lebt, entscheidet und handelt und welche Spuren er im Leben anderer hinterlässt.

Wenn ich nicht arbeite, gehe ich mit unseren beiden Hunden durch den Wald, lese, schreibe, filze, male, übe Klavierspielen und träume von einer langen Reise durch die schottischen Highlands. Meine Neugier ist über all die Jahre unheilbar geblieben. Lernen mit Leib und Seele wird mich mein Leben lang begleiten.